Lieber Besucher, liebe Besucherin unserer Homepage,

Nun feiern wir wieder Gottesdienst in unseren Kirchen! Über die genauen Bedingungen informieren wir Sie weiter unten auf dieser Seite. Natürlich erfahren Sie auch, was in unserer Kirchengemeinde in diesen Corona-Zeiten sonst gerade aktuell ist. Am Ende der Seite finden Sie einen persönlichen Kommentar zu den Maßnahmen von Pfarrer Martin Sauer.

     

Zu allen weiteren Andachten und Gottesdiensten

Haben Sie eine Andacht verpasst oder wollen Sie einen Gottesdienst noch einmal mitfeiern? Hier geht es zum YouTube-Kanal der Evangelischen Kirchengemeinde Wangen im Allgäu.

Umfrage zu Onlinegottesdiensten

Sie haben Onlinegottesdienst und digitale Andachten auf unserer Webseite mitgefeiert? Gerne würden die Landeskirche auswerten, wie die digitalen Angebote aufgenommen wurden und was man in Zukunft besser machen könnte. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt. Sie würden uns sehr helfen, wenn Sie an der Umfrage teilnehmen würden. Zum Fragebogen kommen Sie hier.

Glocken läuten zum Gebet

Es ist auch ein Signal der Ökumene: Die evangelische Kirchengemeinde und die katholischen Kirchengemeinden laden dazu ein, gleichzeitig mit vielen anderen in Baden-Württemberg sich täglich um 19.30 Uhr Zeit für ein Gebet zu nehmen, um mit denen verbunden zu sein, die sich derzeit nicht im Gottesdienst treffen können. Zu diesem Gebet rufen die Kirchenglocken.
Unser Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July schreibt:

„Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“

Eine Kerze ins Fenster zu stellen, kann ebenfalls ein Zeichen des christlichen Miteinanders und der Solidarität mit den am Corona-Virus Erkrankten sowie den unter Quarantäne stehenden Betroffenen sein.
Ab Sonntag, 29. März werden jeden Abend die Kirchenglocken läuten. Der Samstag wird ausgenommen, weil da um 18 Uhr der Sonntag eingeläutet wird.
In der Wittwaiskirche läutetet die Glocke bereits um 19 Uhr, dazu wird jeweils die Osterkerze entzündet.

Hier haben wir einen Vorschlag für ein Gebet für Sie.

Was mir in der Corona-Krise zu denken gibt - ein Kommentar

Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen in 33 Jahren als Pfarrer gehört, dass der Staat mir verbietet, Gottesdienst zu feiern. So geschehen in der Corona-Verordnung vom 17. März. Die ist nun wieder aufgehoben, aber letzte Woche erhielt ich einen Anruf der Stadtverwaltung, ich möge doch bitte unser Infektionsschutzkonzept vorlegen. Mein erster Gedanke, beide Male: starker Tobak! Wo bleibt da die Religionsfreiheit? MEINE Religionsfreiheit? Eines der wichtigsten Grundrechte!

Zwei Gedanken, die mir - zum Glück! Oder: Gott sei Dank? - gleich danach gekommen sind, haben meine erste Entrüstung abgebaut und mich wieder beruhigt.

Der eine: Es ist mir ja gar nicht verboten worden, Gottesdienst zu feiern. Und ich HABE in den letzten Wochen Gottesdienst gefeiert. Nur eben nicht mit Ihnen als Gottesdienstgemeinde in der Kirche, sondern aufgenommen auf Video und auf unsere Homepage zum Mitfeiern gestellt. Wer weiß, ob dadurch nicht sogar mehr oder zumindest andere Menschen erreicht worden sind als mit dem gewohnten Gottesdienst in der Stadtkirche. Auf jeden Fall wurde mir mein Grundrecht, meine Religion auszuüben, nicht genommen.

Und der zweite Gedanke: Es geht gar nicht um mich. Es geht vielmehr um meine Mitmenschen, meine Nächsten. Um die, die vielleicht keine so robuste Gesundheit haben. Sie sollen - und müssen! - geschützt werden. Deshalb hat die Stadt als für die öffentliche Ordnung verantwortliche Institution das Recht, uns danach zu fragen, wie wir unsere Gottesdienstbesucher schützen werden. Die Unversehrtheit des Lebens ist auch ein Grundrecht. Wenn ich aber auf der Straße rumlaufe und wissentlich oder unwissentlich Viren verschleudere, dann nehme ich meinen Mitmenschen dieses Grundrecht. Deshalb schütze ich sie und schütze mich, indem ich zum Beispiel beim Einkauf eine Maske trage. Das ist mir lästig, aber darauf kommt es nicht an.
Vielleicht würde ein Perspektivenwechsel auch jenen Mitmenschen gut tun, die hinter der Krise und den Maßnahmen der Regierung zu ihrer Eindämmung irgendwelche verschwörerischen Mächte am Werk sehen
. Wem soll es denn bitte nützen, dass unsere Wirtschaft in eine Rezession stürzt, dass Menschen sterben, weil sie angesteckt wurden, dass wir nicht ins Kino, in eine Gastwirtschaft und in einen Gottesdienst gehen können??? Zum Glück ist unsere demokratische Gesellschaft stark genug, unterschiedliche Meinungen aushalten zu können. Ob sie einfach mit einem plumpen "Like" kundgetan werden oder im eigenständigen Nachdenken. Mir persönlich jedenfalls hat das Nachdenken geholfen.

Martin Sauer