Garten der Begegnung

Projekte zaubern einen blühenden Garten

Garten der Begegnung schafft mit Bundesmitteln Möglichkeiten der Integration.

Der Garten der Begegnung hinter der evangelischen Stadtkirche beim Bahnhof ist ein blühendes Kleinod geworden. Wer den Weg von der Stadt Richtung Bahnhof geht oder umgekehrt, sollte sich ein paar Schritte mehr vornehmen und sich eine kleine Pause bei den Hochbeeten gönnen.

Der Garten ist ein Projekt der evangelischen Kirchengemeinde, das derzeit vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit einem Betrag von gut 9000 Euro aus dem Programm „500 Landinitiativen“ gefördert wird. Das Programm zielt darauf ab, Flüchtlinge zu integrieren und ehrenamtlich Arbeitende zu stärken.

Seit dem Frühjahr werden im interkulturellen Garten handwerkliche Workshops verschiedenster Art veranstaltet, die dazu dienen, den Garten zu pflegen und verschönern. So steht seit ein paar Wochen ein großer Holztisch mit Bänken im Garten, an dessen Herstellung sich die Jugendgruppe stark beteiligt hat. Das Gartenteam um Projektleiterin Peggy Laue, Sabine Sellschopp, Katja Waezsada und Gabi Schwarz hat die Mauern an den Hochbeeten repariert und damit begonnen, die Pflanzen auch zu beschriften. Jetzt im Juli soll der Regensammelbehälter besser gesichert und der Garten mit einem Wegweiser und einer Infotafel beschriftet werden.

Initiiert wurde der Garten der Begegnung von Kerstin Hauswald im Jahr 2015. Von Beginn an war ein Ziel, Flüchtlingen eine Aufgabe zu geben und sie über die Arbeit im Garten auch in die Gemeinschaft zu integrieren. So traf sich zunächst unter ihrer Leitung freitagnachmittags eine offene Gruppe zur Gartenarbeit, bei der sich immer auch Flüchtlinge einfanden. Kerstin Hauswald hat Wangen inzwischen verlassen. So übernahm Sabine Sellschopp zunächst 2017 die Gartenpflege und gemeinsam mit den anderen Teammitgliedern auch die offene Freitagnachmittagsgruppe. Flüchtlinge stehen auch beim Projekt 500 Landinitiativen im Mittelpunkt der Förderung. Unter Beteiligung weiterer ehrenamtlicher Akteure aus der Kirchengemeinde und mit Zustimmung des Kirchengemeinderats wurde das Projekt zu seiner jetzigen Form weiterentwickelt.

Dass Integration im Garten der Begegnung besonders gut funktioniert, zeigte sich kürzlich beim Projekt „Schreibwerkstatt“, zu dem die Gartengruppe eingeladen hatte. Nicht nur eine ganze Reihe Aktiver aus der Gemeinde saßen um den großen Tisch in der Hütte und schrieben Zitate zum Thema Garten auf, die bei der Kulturnacht aufgehängt werden und von Besuchern „gepflückt“ werden können. Auch die Familien Jafari, Zabiehpor und Kidanei aus Afghanistan und Eritrea schrieben auf Deutsch, Englisch und in ihren Landessprachen. So wird es in diesem Jahr bei der Kulturnacht nicht nur eine bunte Auswahl an Textzitaten, sondern auch Sprüche in verschiedenen Sprachen zum Mitnehmen geben.

Neben der Kulturnacht am Freitag, 4. August 2018, ab 19 Uhr, bietet der Garten der Begegnung noch weitere Termine zum Mitmachen an: Am 14. Juli trifft sich Gruppe mit Jugendlichen und weiteren Freiwilligen um 9 Uhr und um 16 Uhr um einen befestigten Zugang vom Weg zur Hütte zu schaffen und um die Beschilderung zu erarbeiten. Am Samstag, 4. August 2018, 14 Uhr gibt es zusammen mit der Engelapotheke und Projektleiterin Peggy Laue einen Workshop zum Thema Aromaöle im Garten der Begegnung. Interessierte sind herzlich willkommen.